Münzenberg

 

Münzenberg – Stadt Münzenberg – Informationen – Unternehmen – Münzenberg

 

Das Foto basiert auf dem Bild "Burg Münzenberg in einem Kupferstich von Matthäus Merian"aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons. Diese Bilddatei ist gemeinfrei, weil ihre urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist. Der Urheber des Bildes ist Matthäus Merian.

Burg Münzenberg in einem Kupferstich von Matthäus Merian, Urheber Matthäus Merian.

Herzlich willkommen auf der Seite über Münzenberg. Der im Bundesland Hessen liegende Ort erstreckt sich über eine Fläche von 31,63 Quadratkilometern. Die Einwohnerzahl von Münzenberg liegt momentan bei ungefähr 5.648 womit die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Kilometer bei 179 liegt. Hier gilt das Autokennzeichen FB. Der Verwaltungssitz von Münzenberg befindet sich in der Hauptstr. 22, 35516 Münzenberg.

Zu erreichen ist diese auch über die Domain www.muenzenberg.de. Der zuständige Regierungsbezirk für Münzenberg ist der Regierungsbezirk Darmstadt.

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Münzenberg grenzt an Pohlheim, Lich, Hungen, Wölfersheim, Rockenberg und Butzbach. Auf dieser Seite über Münzenberg finden Sie nicht nur geschichtliche Informationen oder die Chronik von Münzenberg, sondern auch die von uns empfohlenen Unternehmen aus der umliegenden Region. Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Burg Münzenberg, die evangelische Pfarrkirche und der Geologische Garten Münzenberg machen Münzenberg noch weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt.

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Weitere Informationen finden Sie auch über www.muenzenberg.de. Erreichen können Sie Münzenberg über gängige Verkehrswege. Der Gemeindeschlüssel lautet 06 4 40 015. Die Gemeinde Münzenberg liegt auf einer Höhe von 205 Metern über dem Meeresspiegel. Über die Koordinaten: 50° 27′ 12″ N, 8° 46′ 34″ E ist Münzenberg auch erreichbar. Desweiteren besteht eine Partnerschaft von Münzenberg mit Ronneburg in Thüringen.

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Münzenberg ist eine Stadt im Wetteraukreis in Hessen.

Geografie

Münzenberg liegt am Nordrand der Wetterau auf einer Höhe von 202 m ü. NN, 7,5 km nordöstlich von Butzbach, und wird von dem Fluss Wetter durchflossen. Münzenberg besteht aus den Stadtteilen Gambach, Münzenberg, Ober-Hörgern und Trais.

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Münzenberg grenzt im Norden an die Stadt Pohlheim, im Osten an die Städte Lich und Hungen (alle drei im Landkreis Gießen), im Südosten an die Gemeinde Wölfersheim, im Süden an die Gemeinde Rockenberg und im Westen an die Stadt Butzbach (alle drei im Wetteraukreis).

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Geschichte – Mittelalter

Das Dorf Münzenberg entstand als Siedlung um die Burg Münzenberg, die in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts für Kuno I. von Hagen-Arnsburg, der sich spätestens seit 1156 nach der Burg Kuno I. von Münzenberg nannte, erbaut wurde. 1245 wurden der Siedlung Stadtrechte verliehen.

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Münzenberg gehörte 1255 als Allod zur Münzenberger Erbschaft, dem Nachlass Ulrichs II. von Münzenberg. Die Münzenberger Erbschaft wurde zwischen sechs seiner Schwestern geteilt, aber als Kondominat gemeinsam weiter verwaltet. So erhielten zunächst je einen Anteil:

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Die Rechte an den Anteilen – und damit die Herrschaftsrechte über Münzenberg – wurden weiter vererbt und zum Teil auch verkauft, so dass sich immer wieder unterschiedliche Eigentümergemeinschaften bildeten.

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Die einzelnen Eigentümer integrierten ihren jeweiligen Anteil in Verwaltungsstrukturen der jeweils eigenen Herrschaft, in der Herrschaft und späteren Grafschaft Hanau war der Anteil z. B. dem dortigen Amt Münzenberg zugeordnet, in der Grafschaft Stolberg-Roßla dem dortigen Amt Ortenberg.

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Bereits ab 1183 werden Kleriker im Ort erwähnt, aber erst 1376 trennt sich die Ortsgemeinde von der Mutterkirche in Trais und wird eine eigenständige Pfarrei. Das Patronat der Kirche liegt anteilig bei der Ganerbschaft, den Rechtsnachfolgern der Münzenberger Erbschaft. Die Gemeinde gehörte zur Diözese Mainz. Kirchliche Mittelbehörde war das Archidiakonat von St. Maria ad Gradus in Mainz, Dekanat Friedberg.

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Neuzeit

Die Anteilseigener an dem Kondominat, zu dem auch Münzenberg gehörte, waren überwiegend Mitglieder des Wetterauer Grafenvereins oder standen ihm nahe. Deshalb setzte sich hier auch in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts die Reformation durch, letztendlich in ihrer reformierten Ausprägung.

Mit der Auflösung der alten Territorialstrukturen in napoleonischer Zeit wurde Münzenberg dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen.

Allerdings handelte es sich bis zur Verwaltungsreform von 1821 weiter um teilweise standesherrliches Gebiet, das zu 18/48 dem großherzoglichen Amt Butzbach, zu 15/48 dem standesherrlich-Solms-Braunfelsischen Amt Hungen, zu 10/48 dem standesherrlich-Stolberg-Ortenberg Amt Ortenberg und zu 5/48 dem standesherrlich-Solms-Laubachischen Amt Utphe zugehörte. 1821 wurde dann der Landratsbezirk Butzbach gebildet, dem der großherzogliche und der Stolbergische Anteil angehörten, während der Landratsbezirk Hungen für den Solmsschen Anteil zuständig war. Dies alles wurde 1841 im Kreis Hungen zusammengefasst. Während der Revolution von 1848 gehörte Münzenberg dem Regierungsbezirk Friedberg, ab 1852 dem Landkreis Friedberg an, der 1972 im Wetteraukreis aufging. 1957 wurde Münzenberg erneut Stadt. Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde zum 1. Oktober 1971 die Gemeinde Gambach eingemeindet und zum 1. Januar 1972 die Gemeinden Trais und Ober-Hörgern (Kreis Gießen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler in Münzenberg
Die Burg Münzenberg wurde ab der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet. Sie ist eine der bedeutendsten Burganlagen in Deutschland. Aufgrund der Fernansicht auf die Burg wird sie auch als „Wetterauer Tintenfass“ bezeichnet. Bemerkenswert ist die evangelische Pfarrkirche mit einem Altarziborium (Seitenschiff) und dem spätgotischen Kruzifix (mit echtem Haar) über dem Altar. Die römisch-katholische Kirche ist in der ehemaligen Hospitalkirche untergebracht.

Sonstiges

Geologischer Garten Münzenberg

Verkehr

Münzenberg wird durch die Bundesstraße 488 und den Autobahnanschluss Münzenberg an der Bundesautobahn 45 erschlossen. Am benachbarten Gambacher Kreuz treffen sich die Bundesautobahn 5 (Hattenbacher Dreieck–Weil am Rhein) und die A 45 (Dortmund–Aschaffenburg).

Eisenbahn

Der Bahnhof Münzenberg liegt an der Stammstrecke Butzbach–Lich der Butzbach-Licher Eisenbahn (BLE). Er ging gemeinsam mit der Strecke am 28. März 1904 in Betrieb. Am 27. Mai 1961 wurde hier Personenverkehr aufgegeben. Der Güterverkehr wurde zum 26. September 1985 zwischen Münzenberg und Trais-Münzenberg eingestellt. Heute ist der Münzenberger Bahnhof Endpunkt der Züge der Museumseisenbahn der Eisenbahnfreunde Wetterau e. V. (EfW). Die Züge befahren die Strecke über Griedel und Rockenberg nach Bad Nauheim Nord. Im Güterverkehr wird hier Holz verladen, das über den Bahnhof Butzbach Ost auf die Main-Weser-Bahn gefahren wird. Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Münzenberg ist heute ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Busverkehr

Münzenberg gehört zum Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). Im Ort halten die Busse der Linien FB-200 und FB-210, die Münzenberg mit Butzbach, Lich und Beienheim verbinden.

Wetterau

Die Wetterau ist eine Landschaft in Hessen in Deutschland. Naturräumlich wird sie zum Rhein-Main-Tiefland gezählt und bildet die Haupteinheit 234.

Geographie

Die Ausdehnung der Wetterau wurde in Mittelalter und früher Neuzeit wesentlich umfangreicher begriffen, als dies in der Gegenwart der Fall ist.

Mittelalter

Die Bezeichnung Wetter(g)au erfasste als ein Gau im Mittelalter einen Raum, der vor allem nach Osten weit über den heute so bezeichneten Raum hinausragte. Westlich an den Wettergau grenzte der Niddagau, südlich der Maingau und östlich der Kinziggau. Der Rheingau lag weiter westlich.

Frühe Neuzeit

Noch in der frühen Neuzeit wurde die Ausdehnung der Wetterau viel weiter gefasst als heute. Erasmus Alberus beschreibt sie 1552 als das Gebiet zwischen Gelnhausen und Mainz-Kastel und zwischen Gießen und Seligenstadt, lässt die Wetterau also südlich über den Main hinausgreifen und westlich bis an den Rhein reichen.

Heute

Als Wetterau gilt heute der Raum nördlich von Frankfurt am Main, östlich des Taunus und südwestlich des Vogelsbergs. Die südliche Begrenzung ist in etwa die Hohe Straße. Den Hauptteil dieser Landschaft nimmt der Wetteraukreis (Kreisstadt Friedberg) ein.

Ihr Namensgeber ist das Flüsschen Wetter, sie wird aber auch von anderen Flüssen durchflossen, darunter die Horloff, Nidda, Nidder und Usa. Der Name ist etwas irreführend, da die als Wetterau bezeichnete Landschaft über den Einzugsbereich des Flusses Wetter hinausreicht. Die Landschaft umfasst vielmehr einen Großteil des Einzugsbereichs der Nidda, in die bei Assenheim die Wetter mündet.

Geologie

Die Wetterau gehört zu einer Schwächezone der Erdkruste, die in der Tertiärzeit eingesunken ist.

Sie gehört zu der Einheit des Oberrheingrabens, der sich an seinem nördlichen Ende fächerförmig aufspatet. Im Westen ist dies das Mainzer Becken und im Osten die Hessische Senke, zu der auch die Wetterau gehört. Das Grundgebirge bilden Sedimente aus dem Rotligenden, die aber nicht zu Tage treten und nur bei Bohrungen angetroffen wurden. Seit dem Paläozoikum werden von westlich gelegenen Taunuskamm Sedimente abgelagert.

Ab dem Känozoikum gehören auch Basaltgerölle aus dem östlichen Vogelsberg dazu. Mit Einsetzen des Vulkanismus im Vogelsberg sind einige Basaltströme durch die Wetterau geflossen.

Im Quartär – während der letzten Eiszeit – bildete sich ein Lössboden durch Ablagerungen eines feinen schluffigen Staubs. Seine Fruchtbarkeit hat die Landschaft am nachhaltigsten geprägt, die Wetterau wird bis heute intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Bis zum Zweiten Weltkrieg wurde auch vereinzelt bergmänisch Braunkohle abgebaut (vor allem in dem Gebiet um Rossdorf), im Mittelalter auch Eisenerz. Einige Geländebezeichnungen deuten darauf noch heute hin, so z.B an der Ludwigshütte.

Geschichte

Vorgeschichte

Die Wetterau gehört zu den ältesten Kulturlandschaften Deutschlands.

Wegen ihrer auch unter den damaligen einfachen Bedingungen ertragreichen Böden weist sie bereits im Altneolithikum (Bandkeramische Kultur) eine dichte Besiedlung auf.

Die darauf folgenden Kulturen haben ebenso zahlreiche Spuren hinterlassen. Als herausragende Funde sind die Gräber der Bronzezeit Stufe Wölfersheim zu nennen oder die keltischen Funde vom Glauberg. Viele kulturgeschichtliche Fundstücke dieser Zeit sowie aus anderen historischen Epochen sind im Wetterau-Museum in Friedberg ausgestellt.

Römische Zeit

In römischer Zeit besaß die Wetterau eine hohe strategische Bedeutung für das Vordringen ins freie Germanien. Die alte Siedlungskammer scheint jedoch zur Zeit der Ankunft der Römer am Rhein nicht mehr dicht besiedelt, die zahlreichen oppida der La-Tène-Zeit waren größtenteils verlassen. Stattdessen sind im ersten Jahrhundert einige Germanengruppen in der Wetterau fassbar.

Nach dem Ende der Germanenfeldzüge des Augustus wurden ab der vespasianischen Zeit (69 bis 79 n. Chr.) in der Wetterau verstärkt Kastelle und Straßen angelegt.

Eine flächendeckende Aufsiedlung der Wetterau mit zivilen vici und Villae rusticae begann wenig später um 100 n. Chr. In einem weiten Bogen schloss der Limes die fruchtbare Wetterau mit ein. Die Region gehörte zur Civitas Taunensium mit dem Hauptort Nida (Frankfurt-Heddernheim). Die Wetterau blieb bis zum Limesfall im 3. Jahrhundert Teil des Reichsgebietes.

Mittelalter

Die urkundliche Ersterwähnung erfolgte im Jahr 779 im Lorscher Codex, als Frau Meginburc ihren gesamten in Arilbach (heute: Frankfurt-Nieder-Erlenbach) gelegenen Besitz dem Kloster Lorsch vermachte, wobei Arilbach im Gau Wetteraiba (Wetterau) lag.

Der Wettergau war einer der Gaue, welcher im Frankenreich im Auftrag des Königs durch Grafen verwaltet wurden. In der südlichen Wetterau ist im 12. Jahrhundert ein größeres Gebiet im Besitz der Grafen von Nürings fassbar, das als Grafschaft Malstatt bezeichnet wird.

Die landwirtschaftliche Ertragskraft der Wetterau war weithin bekannt. Erasmus Alberus lobt gerade diese landwirtschaftliche Ertragskraft in seiner Kurzen Beschreibung der Wetterau. 1552.

Die Ertragskraft der Wetterau wurde seit der Zeit Friedrichs I. durch die gezielte Förderung der städtischen Zentren, Frankfurt am Main, Wetzlar, Gelnhausen und Friedberg erhöht.

Die Wetterauer Städte mit ihren repräsentativen Bauten waren bei der königlichen Reisetätigkeit wichtige Stützpunkte und zentrale Orte für das Wahrnehmen königlicher Rechte auf den Gebieten der Wirtschaft und der Rechtsprechung.

Spiegel der Wirtschaftskraft waren die königliche und später ministeriale Münzprägung durch Kuno I. von Hagen-Münzenberg und der städtische Marktbetrieb, aus dem mit herrscherlicher Privilegierung seit dem 13. Jahrhundert eine feste Abfolge der Wetterauer Messen in Frankfurt und Friedberg erwuchs. Die Frankfurter Messe besteht bis heute in ungebrochener Tradition.

Der so entstandene Wirtschaftsraum nahm nach Ausweis des Reichssteuerverzeichnisses von 1241, an dessen Spitze die Städte und Juden der Wetterau standen, eine herausragende Rolle ein. Deshalb fand auch das Königtum in der Krise der Jahre 1241 bis 1254 dort Rückhalt.

Allerdings nutzten die bis 1419 nachweisbaren Landvögte ihre Stellung auch zunehmend, um eigene territoriale Interessen durchzusetzen.

Die regionale Einheit der Wetterau war also nicht das primäre politische Handlungskonzept, aber das Ergebnis. Die spätmittelalterliche Landfriedenspolitik führte seit 1422 zu zunächst gemischtständischen Einungen von Rittern, Herren und Grafen der Wetterau. Diese Einungen stifteten regionale Identität, die selbst bei zunehmender ständischer Abgrenzung nicht aufgelöst wurde.

Mit dem Ende der Staufer im Reich und mit dem Aussterben der Münzenberger 1255 traten die unterschiedlichen politischen Kräfte der Wetterau deutlicher hervor, vor allem die großen Familien derer von Hanau, Eppstein, Falkenstein und Isenburg-Büdingen, die Friedberger Burgmannschaft, die sich vielfach in Ganerbengemeinschaften konstituierenden niederadeligen Verbände, die Freigerichte (insbesondere Kaichen) und die Städte.

Dort erlangten bürgerliche Eliten trotz andauernder Bindung an das Königtum in spät- und nachstaufischer Zeit größere Autonomie und sicherten diese im 13. und 14. Jahrhundert in regionalen und überregionalen Städtebünden.

Wegen einer fehlenden Hegemonialmacht konnte das Königtum seinen gestaltenden Einfluss in der Wetterau lange erhalten.

Dazu diente die in ihren Kompetenzen noch undeutliche Beauftragung Gerlachs von Büdingen durch Friedrich II. seit 1219, Grundlage der vom römisch-deutschen König Rudolf I. wieder belebten Landvogtei als Zusammenfassung und Verwaltung der königlichen Rechte und Besitzungen in der Wetterau. Allerdings nutzten die bis 1419 nachweisbaren Landvögte ihre Stellung auch zunehmend, um eigene territoriale Interessen durchzusetzen.

Neuzeit

Die regionale Einheit der Wetterau war also nicht das primäre politische Handlungskonzept, aber das Ergebnis. Die spätmittelalterliche Landfriedenspolitik führte seit 1422 zu zunächst gemischtständischen Einungen von Rittern, Herren und Grafen der Wetterau. Diese Einungen stifteten regionale Identität, die selbst bei zunehmender ständischer Abgrenzung nicht aufgelöst wurde.

Vier stabilisierende Elemente lassen sich so ab dem Übergang von Mittelalter zu Neuzeit in der Wetterau ausmachen:

Die Ertragskraft der Wetterau wurde ihr im Dreißigjährigen Krieg allerdings auch zum Verhängnis. Durchziehendes Militär verheerte immer wieder Dörfer und Städte des Gebiets, das zum Teil dramatische Bevölkerungsverluste erlitt.

Die Vielschichtigkeit von Herrschaft in der Wetterau erhielt sich trotz des Bedeutungsverlustes vieler kleinerer Territorien bis zur Mediatisierung am Ende des alten Reiches, als weite Teile der Wetterau an das Großherzogtum Hessen-Darmstadt fielen.

Zitat

„Je tiefer wir in das bunte Römische Reich hineingeraten, um so geblümter wird die Statistik, so daß wir, politisch gesehen, wirklich nicht mehr recht wissen, wo wir uns befinden und wozu der Flecken gehört, auf dem wir gehen. Darmstadt, Hanau, Solms, Burggrafschaft, Kurmainz und Pütter-weiß-wie-viele Regierungen spielen hier in einem solchen Durcheinander Blindekuh, daß man glauben sollte, dieser Teil von Deutschland wäre einmal kaputtgegangen und in aller Eile auf gut Glück wieder zusammengekleistert worden. Ich danke dem Himmel, daß diese meine Reise nicht statistisch ist und daß ich mich also nicht darum kümmern brauche, ob Peter oder Paul hier etwas zu sagen haben. Was am meisten darunter leidet, sind unsere Wagen und unsere Schuhe; denn die Wege scheinen ebenso wenig wie wir zu wissen, wer sie instand halten müßte, und in dieser Ungewißheit werden sie immer schlechter.“


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