Ratingen

 

 

Ratingen – Stadt Ratingen – Informationen – Unternehmen – Ratingen

 

Das Foto basiert auf dem Bild "Ratingen, Kornsturm und Stadtmauer" aus dem zentralen Medienarchiv Wikimedia Commons und steht unter der unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. Der Urheber des Bildes ist Hans Peter Schaefer.

Kornsturm und Stadtmauer, Urheber: Hans Peter Schaefer.

Herzlich willkommen auf der Seite über Ratingen. Der im Bundesland Nordrhein-Westfalen liegende Ort erstreckt sich über eine Fläche von 88,7 Quadratkilometern. Die Einwohnerzahl von Ratingen liegt momentan bei ungefähr 90.982 womit die durchschnittliche Einwohnerzahl pro Kilometer bei 1.025 liegt. Hier gilt das Autokennzeichen ME. Der Verwaltungssitz von Ratingen befindet sich Minoritenstraße 2-6, 40878 Ratingen.

Zu erreichen ist diese auch über die Domain www.ratingen.de. Der zuständige Regierungsbezirk für Ratingen ist der Regierungsbezirk Düsseldorf. Auf dieser Seite über Ratingen finden Sie nicht nur geschichtliche Informationen oder die Chronik von Ratingen, sondern auch die von uns empfohlenen Unternehmen aus der umliegenden Region.

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Sehenswürdigkeiten wie zum Beispiel die Wasserburg Haus zum Haus, das Schloss Landsberg und das Schloss Linnep machen Ratingen noch weit über die regionalen Grenzen hinaus bekannt. Desweiteren bestehen Partnerschaften von Ratingen mit Maubeuge in Frankreich, mit Le Quesnoy in Frankreich, mit Blyth-Valley in Großbritannien, mit Vermillion, South Dakota in den USA, mit Kokkola in Finnland, mit Beelitz, Brandenburg in Deutschland, mit Gagarin in Russland, und mit Wuxi, Provinz Jiangsu in der Volksrepublik China.

 

Weitere Informationen finden Sie auch über www.ratingen.de. Erreichen können Sie Ratingen über gängige Verkehrswege. Der Gemeindeschlüssel lautet 05 1 58 028. Die Gemeinde Ratingen liegt auf einer Höhe von 50 Meter über dem Meeresspiegel. Über die Koordinaten: 51° 18′ N, 6° 51′ O ist Ratingen auch erreichbar.

 

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Die Stadt Ratingen liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen und ist eine große kreisangehörige Stadt des Kreises Mettmann im Regierungsbezirk Düsseldorf. Ratingen liegt im nordwestlichen Vorland des Bergischen Landes auf einer der Rhein-Terrassen auf einer Höhe zwischen 55 und 180 m ü. NN; der Stadtkern liegt um die 70 m ü. NN.

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Ratingen grenzt im Westen an die Landeshauptstadt Düsseldorf, im Norden an die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen sowie im Osten an die Städte Heiligenhaus, Wülfrath und die Kreisstadt Mettmann. Nördlich des Ratinger Zentrums fließt die Anger, im Süden der Schwarzbach.

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Ratingen ist die bevölkerungsreichste Stadt des Kreises Mettmann. Es bestehen 6 Gemeindebezirke nach der Gemeindeordnung: Ratingen Mitte – West – Tiefenbroich – Lintorf/Breitscheid – Hösel/Eggerscheidt – Homberg/Schwarzbach.

 

Der Beginn erster Besiedlung des Stadtgebietes ist nicht mehr genau feststellbar. Funde von etwa 150.000 Jahre alten Faustkeilen und anderen anthropogenen Gegenständen nahe dem heutigen Silbersee belegen, dass dort bereits zu Beginn der letzten Eiszeit Menschen lebten. Es ist jedoch nicht klar, ob diese Menschen bereits fest siedelten.

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Gräberfunde im Ratinger Zentrum lassen jedoch vermuten, dass es etwa 500 v. Chr. bereits eine feste Siedlung gab. Die Lage dieser Gegend auf einer flachen Anhöhe zwischen zwei Bächen war für die damaligen Bedürfnisse sehr günstig; noch dazu lag sie an der Kreuzung zwischen Mauspfad, einem antiken Handelsweg zwischen Köln und dem Niederrhein, und dem Heiligenweg, einer Verbindung zwischen Rhein und Bergischem Land. Auch der Hilinciweg verlief über Ratinger Gebiet.

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Um 500 n. Chr. wurde Ratingen zum Kampfgebiet zwischen Sachsen und Franken. Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung fand vor 849 im Werdener Chartular statt, wo Ratingen als „Hratuga“ bezeichnet wird.

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Seit dem Mittelalter gehörte das Ratinger Gebiet den Grafen, später Herzögen von Berg. Für diese hatte die Siedlung, die anfangs durch Holzpalisaden geschützt war, eine wichtige Bedeutung im Kampf gegen den Erzbischof von Köln. Vermutlich nicht zuletzt deswegen wurden Ratingen am 11. Dezember 1276 durch Graf Adolf V. von Berg die Stadtrechte verliehen.

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Elf Monate zuvor war der Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg in den Besitz von Stadt und Burg Kaiserswerth gelangt. Graf Adolf V. wollte durch die Stadterhebung Ratingens ein Gegengewicht schaffen und das nördliche bergische Gebiet sichern, indem er den alten Kirch- und Gerichtsort, in einem Kreuzungspunkt wichtiger Straßen gelegen, Stadtprivilegien verlieh und befestigen ließ.

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Im Gegenzug für die damit verbundenen Privilegien wie z. B. Zoll- und Steuerfreiheit und Monopole auf das Mahlen von Korn und die Herstellung von „Grüt“, ein damals zur Bierherstellung benötigter Stoff („Grütrecht“), baute die Stadt die mächtige Stadtmauer mit ihren großen Verteidigungstürmen und bis zu 8 m breiten Wassergräben.

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Im weiteren Verlauf der Geschichte erlebte Ratingen als einer der vier Hauptorte von Berg eine wirtschaftliche Blütezeit. Ratingen hatte Marktrecht, Zunftrecht, eine eigene Münze und ein Gericht, das den Gerichten in Mettmann, Gerresheim und Düsseldorf übergeordnet war. Am 25. November 1377 besuchte Karl IV. die Stadt, etwa 100 Jahre später Christian I. von Dänemark.

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Die wichtigste überregionale wirtschaftliche Bedeutung hatte vermutlich die Zunft der Schmiede und Schleifer, die bereit 1362 im Stadtbuch erwähnt wurde. Sie nutzten das Wasser von Anger und Schwarzbach zur Herstellung von Waffen, Werkzeugen (vor allem Messer und Scheren) und anderen Gebrauchsgegenständen, darunter auch Musikinstrumente. Ihre Waren wurden auch im Ausland gehandelt, unter anderem in Antwerpen, im Baltikum und Skandinavien.

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Ab dem 16. Jahrhundert endete der Jahrhunderte währende wirtschaftliche Höhenflug Ratingens: Das nahe Düsseldorf wurde 1511 zur Residenz, später zur Landesfestung. Die Pest kam über die Stadt, neue Waffen machten die Stadtmauer unwirksam und 1641 wurde sie während des Dreißigjährigen Krieges vollständig zerstört. Nur noch 100 Menschen lebten damals in Ratingen, 200 Jahre zuvor waren es noch mehr als 10 mal so viele gewesen.

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Doch ausgerechnet in diesem nunmehr fast bedeutungslos gewordenen Städtchen wird heute der Beginn der kontinentaleuropäischen Industrialisierung gesehen: Der Elberfelder Geschäftsmann Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 an der Anger eine mechanische Baumwoll-Spinnerei, die als erste Fabrik auf dem europäischen Festland gilt. Ihrer technikhistorischen Bedeutung wegen wird die ehemalige Textilfabrik Cromford heute vom Rheinischen Industriemuseum als Textilmuseum weiter betrieben.

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Aufgrund des Wiener Kongresses gehörte Ratingen ab 1815 zu Preußen, dem Regierungsbezirk Düsseldorf und der Provinz Jülich-Kleve-Berg (Sitz in Köln), ab 1822 zur Rheinprovinz mit Sitz in Koblenz.

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Aufgrund von Formsandvorkommen entstand ab der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Eisenindustrie. Auch weitere Industriebetriebe entstanden, etwa eine Papiermühle im Angertal, Dachpfannenbrennereien und mehrere Kalkbrennereien.

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Doch an Schwung gewann die Wirtschaft erst mit dem nahezu zeitgleichen Bau zweier Eisenbahnlinien, der Ruhrtal-Bahn im Osten, die am 1. Februar 1872 ihren Betrieb aufnahm, und der 1873 fertig gestellten „Westbahn“, einer Konkurrenzverbindung von Düsseldorf nach Mülheim und Duisburg.

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Am 28. Mai 1903 wurde die Angertalbahn (heute meist als „Kalkbahn“ bezeichnet) eingeweiht, über die Kalk und Formsand, bis in die 1950er-Jahre auch Personen, aus Wülfrath und den dortigen Kalkwerken zur Westbahn transportiert wurden und noch heute werden.

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Aufgrund der nunmehr geschaffenen Verkehrsanbindung siedelten sich im Umfeld der Bahnen zahlreiche kleinere und mittlere Betriebe an. 1883 der Dampfkesselhersteller Dürr, 1910 die Deutsche Lastautomobilfabrik AG (DAAG).

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In der kommunalen Neuordnung 1929 behauptete Ratingen seine Selbstständigkeit. Die Gebiete der heutigen Stadtteile Tiefenbroich und Ratingen-West aus der damaligen Bürgermeisterei Eckamp wurden seinerzeit eingegliedert.

 

Der Zweite Weltkrieg endete in Ratingen mit dem Zusammenbruch des Ruhrkessels, markiert durch die Selbsttötung des Ruhrkessel-Kommandeurs Walter Model im Wald bei Ratingen-Lintorf südlich von Duisburg. Während der letzten Kriegstage wurden noch Endphaseverbrechen auch in Ratingen durchgeführt.

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Nach relativ geringen Kriegsschäden erlebte Ratingen in den 1960er und 1970er Jahren die Entwicklung zur Schlafstadt (so der in den späten 60er Jahren entstandene Stadtteil Ratingen-West mit 20.000 Einwohnern 1980) und zum Standort von Dienstleistungs- und Kleingewerbebetrieben für das nahe Düsseldorf. 1973 wurde die Einwohnerzahl von 50.000 noch vor weiteren Eingemeindungen überschritten.

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Die erfolgreiche Wirtschaftspolitik und die günstigen Infrastrukturvoraussetzungen haben jedoch seit den 70er Jahren dazu beigetragen, dass Ratingen den Charakter einer Schlafstadt inzwischen wieder verloren und sich ins Gegenteil gewandelt hat: Seit einigen Jahren weist Ratingen trotz der gleich drei unmittelbar angrenzenden Oberzentren einen deutlich positiven Pendlersaldo aus.

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Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden am 1. Januar 1975 die bis dahin selbständigen Gemeinden Breitscheid, Eggerscheidt, Hösel und Lintorf (alle zum ehemaligen Amt Angerland gehörig) sowie Homberg-Meiersberg (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) und die alte Stadt Ratingen aufgelöst und unter Einschluss des in der aufgelösten Gemeinde Hasselbeck-Schwarzbach (zum ehemaligen Amt Hubbelrath gehörig) liegenden Schwarzbachtales zu einer neuen Stadt Ratingen zusammengeschlossen.

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Im Mittelalter und am Beginn der Neuzeit war Ratingen ein Ort mit wenigen hundert Einwohnern. Die Einwohnerzahl wuchs nur sehr langsam und ging auf Grund der zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück.

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Erst mit der Errichtung der Baumwollspinnerei 1783 und besonders dem Beginn der Industrialisierung Mitte des 19. Jahrhunderts setzte in der Stadt eine stärkeres Bevölkerungswachstum ein. Lebten 1855 erst 5.000 Menschen in Ratingen, so waren es 1950 bereits 25.000. Bis 1973 verdoppelte sich diese Zahl auf 52.216.

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Am 1. Januar 1975 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindungen mehrerer Orte – darunter Lintorf (10.593 Einwohner 1970) – auf rund 85.000. Am 30. Juni 2005 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ für Ratingen nach Fortschreibung des Landesamtes für Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen 91.865 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1800 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes.

Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „Ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Städtepartnerschaften
Brandenburg Beelitz, Brandenburg, Deutschland seit 1990
Blyth-Valley, Großbritannien seit 1967
Gagarin, Russland seit 1998
Kokkola, Finnland seit 1989

Le Quesnoy, Frankreich (Partnerschaft der Altgemeinde Hösel) seit 1963
Maubeuge, Frankreich seit 1958
Vermillion, South Dakota, USA seit 1969
Wuxi, Provinz Jiangsu, Volksrepublik China seit 2007

Das Zentrum Ratingens bildet der Marktplatz, auf dem schon mindestens seit 1371 Waren angeboten werden. Der heutzutage jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag dort stattfindende Wochenmarkt ist einer der belebtesten und beliebtesten weit und breit.

Der Marktplatz wird bestimmt von dem Bürgerhaus (entstanden um 1300) und der dahinter liegenden Kirche St. Peter und Paul (s. u.). Nordwestlich des Marktplatzes befindet sich etwas versteckt das Minoritenkloster (gebaut 1656).

Von der Stadtmauer mit ihren ehemals 15 Wachtürmen sind nur noch Teilstücke mit insgesamt drei Türmen erhalten:
* Nördlich des Zentrums zwischen Turm- und Angerstraße befindet sich neben der Stadtmauer auch noch der rekonstruierte Stadtgraben sowie der Dicke Turm, ein 13 Meter hoher und knapp 12 Meter breiter Verteidigungsturm mit einer Mauerstärke von 3,5 Metern, erstmalig erwähnt 1464.

* Westlich des Zentrums beim Rathaus liegt an der Stadtmauer der 1474 gebaute Trinsenturm, der als Waffenkammer diente.
* Östlich des Zentrums befindet sich an der Wallstraße ein kleineres Stück Stadtmauer mit dem Kornsturm aus dem Jahr 1464.

Die bekannteste Kirche Ratingens ist St. Peter und Paul. Die Fundamente des frühgotischen Baus stammen aus dem 8. Jahrhundert. Die beiden Osttürme wurden im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Das Hauptschiff stammt im wesentlichen aus dem Jahr 1300. Im Inneren der Kirche sind vor allem die drei Glocken und die Turmmonstranz sehenswert.

Die evangelische Stadtkirche (Fertigstellung 1684) ist die älteste noch erhaltene protestantische Kirche des Rheinlandes. Bereits im 9. Jahrhundert befand sich am Standort der heutigen Wasserburg eine durch Palisaden geschützte Wallburg. Sie diente zur Absicherung einer Furt über die Anger. Im 12. Jahrhundert wurde diese Wallburg durch einen Brand vollkommen zerstört.

Die Wasserburg wurde im 13. Jahrhundert errichtet und war Teil der „Angerlinie“, eine Reihe von Verteidigungsanlagen längs der Anger. Sie wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach erweitert und umgebaut, zuletzt noch Ende des 20. Jahrhunderts. Sie verfügt über drei Rundtürme zur Verteidigung und den rechteckigen Torturm.

Die Burgmauer und der Wassergraben umgeben die Burg heute nur noch zu etwa drei Viertel. In der Burg sind heute ein Kulturzentrum, ein Restaurant, Wohngebäude und ein Architekturbüro untergebracht.

In Ratingen-Breitscheid befindet sich Schloss Landsberg, ein im 13. Jahrhundert für Adolf V. von Berg erbautes Schloss am Fuße des Ruhrtals. Das Schloss beherbergt heute ein Konferenzzentrum der Thyssen-Krupp AG; es kann jedoch von den umgebenden öffentlich zugänglichen Parkanlagen aus von außen besichtigt werden.

In Ratingen-Breitscheid befindet sich auch Schloss Linnep zusammen mit der Waldkirche Linnep. Das Schloss wird privat bewohnt und kann nur von außen besichtigt werden.

Johann Gottfried Brügelmann errichtete 1783 die Textilfabrik Cromford, die als erste Fabrik des europäischen Kontinents gilt. Er benannte sie nach der mittelenglischen Stadt Cromford, aus der er mittels Industriespionage die Konstruktionsprinzipien einer dort eingesetzten Spinnmaschine erhielt.

Das aufwändig restaurierte Fabrikgebäude gehört heute zum Rheinischen Industriemuseum. Mithilfe von funktionstüchtigen Nachbauten kann man dort die damalige Spinnerei in Betrieb erleben. Vor der Fabrik befindet sich das großzügige Herrenhaus mit weiteren Ausstellungsflächen.

Über die barocke Gartenanlage gegenüber dem Herrenhaus gelangt man zum 1890 angelegten Poensgenpark (auch: Cromford-Park) mit großzügigen Rasenflächen und vielen exotischen Bäumen und Sträuchern aus der ganzen Welt. Er wurde als exzellenter Park 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Fachwerkhaus (auch Wallersches Haus oder Suitbertus-Haus genannt) in der Oberstraße 23 gilt als schönstes Fachwerkhaus Ratingens. Es beherbergt heute eine Gastwirtschaft, die „Suitbertus-Stuben“.

Neben dem oben erwähnten Poensgen-Park verfügt Ratingen über ausgedehnte Waldflächen sowie den 110 ha großen Erholungspark Volkardey, der den Grünen See und den Silbersee umfasst (siehe hierzu auch Ratingen-West), sowie über den Blauen See mit kleinem Freizeitpark und Freiluft-Theater. Ironischerweise ist das Wasser des Blauen Sees grün und das des Grünen Sees blau.

Ratingen wird häufig auch als Dumeklemmerstadt und ihre Einwohner als Dumeklemmer (hochdeutsch: Daumenklemmer) bezeichnet. Der Ursprung dieser Bezeichnung wird häufig der sogenannten Dumeklemmersage zugeschrieben: Dieser Sage zufolge wollte der Missionar Suitbertus die damals heidnische Stadt Ratingen zum Christentum bekehren.

Als er jedoch das Stadttor passieren wollte, schlugen ihm die Ratinger selbiges vor der Nase zu; dabei wurde der Daumen des Suitbert in der Tür eingeklemmt. Daraufhin solle Suitbert der Stadt zwar unverrichteter Dinge den Rücken gekehrt, jedoch seine Einwohner zuvor mit einem Fluch belegt haben, demzufolge in Zukunft alle in Ratingen Geborenen mit einem platten Daumen zur Welt kommen sollten. Seither sollen die Ratinger den Beinamen „Dumeklemmer“ gehabt haben.

Historiker halten jedoch wenig von dieser Legende, insbesondere weil Suitbert über 500 Jahre vor der Verleihung der Stadtrechte 1276 und dem Bau des Stadttores lebte. Die wahrscheinlichere Ursache ist daher der Umstand, dass Ratingen im Mittelalter über Jahrhunderte hinweg Sitz der Gerichtsbarkeit des Bergischen Landes war.

Dort war lange Zeit die Folter ein beliebtes Instrument der „Wahrheitsfindung“ – häufig unter Verwendung von Daumenschrauben. Daher seien die Ratinger im Umland als „Dumeklemmer“ bezeichnet worden. Heute erinnert der „Dumeklemmerbrunnen“ vor der Kirche St. Peter und Paul an die Legende, der drei Kinder mit plattem Daumen zeigt.

Als „Dumeklemmer“ bezeichnet man übrigens auch die Ratinger Spezialität: Kleine, etwa daumengroße pikant gewürzte Mettwürstchen. Ratingen verfügt über ein Stadttheater, eine Stadthalle, deren großer Saal bis zu 1030 Plätze fasst, ein kleines, aber häufig mit Auszeichnungen versehenes Kino sowie ein intensives Vereinsleben (insb. Sport-, Karnevals-, Schützen- und Heimatvereine).

Ratingen-Hösel ist Sitz der Stiftung Haus Oberschlesien. Sie unterhält das gleichnamige Haus als Kultur- und Begegnungsstätte sowie das Oberschlesische Landesmuseum, eine zentrale deutsche Einrichtung der Pflege und Präsentation zur Kultur und Geschichte Schlesiens.

Im Zusammenwirken mit der Eichendorff-Gesellschaft wird auch das Leben und Werk des bedeutenden Literaten Joseph von Eichendorff mit zahlreichen Exponaten dargestellt. Das Oberschlesische Landesmuseum hat seit 1998 einen modernen Funktionsbau an der Bahnhofstraße (B 227). Laufend finden Sonderausstellungen statt, auch in Polen.

Die Entwicklung und Belebung grenzüberschreitender Kontakte ist ein wichtiges zukunftsgewandtes Anliegen der Stiftung Haus Oberschlesien. Im Haus Oberschlesien hat auch die Landsmannschaft der Oberschlesier die Bundesgeschäftsstelle sowie die Landesgeschäftsstelle NRW.

Ratingen gilt heute als moderner Industrie- und Dienstleistungsstandort. Durch die hervorragende Verkehrsanbindung (Flughafen, Eisenbahn und Autobahnen) und die Ausweisung attraktiver Gewerbeflächen ist es Ratingen seit den 1960er Jahren gelungen, den wirtschaftlichen Strukturwandel nachzuvollziehen und Schwund einiger traditioneller Industriezweige durch die Ansiedlung moderner Unternehmen aus den Branchen Dienstleistungen, EDV und Telekommunikation überzukompensieren.

Darunter befinden sich auch zahlreiche überregional bekannte Markenunternehmen wie Vodafone, ASUS, Sun Microsystems, Hewlett Packard, SAP, Tiptel, Keramag, TechniSat, Computacenter, Chronicle, TOI TOI & DIXI Sanitärsysteme, Royal Bank of Scotland, Harry-Brot, LogicaCMG, Ball Packaging Europe, Balcke-Dürr und Esprit, das seine Europazentrale in Ratingen unterhält.

Trotz der unmittelbaren Nachbarschaft zu den drei Oberzentren Düsseldorf, Duisburg und Essen verfügt Ratingen über eine vergleichsweise hohe Arbeitsplatzdichte von 380 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner. Der Ende des 20. Jahrhunderts noch negative Pendlersaldo war 2005 mit 5400 Personen deutlich positiv (15,5 % der Arbeitsplätze Ratingens).

Aufgrund der erfolgreichen und noch weiter anhaltenden Gewerbeansiedlung auf dem ehemaligen Balcke-Dürr-Gelände bei gleichzeitig nur geringem Wohnungsneubau ist zu erwarten, dass dieser Wert in den nächsten Jahren noch steigen wird. Die Kaufkraft je Einwohner liegt bei über 120 % des Bundesdurchschnitts.

Aufgrund seiner zentralen Lage im Zentrum zwischen Ruhrgebiet und den Ballungsräumen Düsseldorf, Köln/Bonn und Wuppertal verfügt Ratingen über sehr gute Verkehrsanbindungen. Die räumliche Nähe von wenigen Kilometern zum Flughafen Düsseldorf International sorgt für die schnelle Erreichbarkeit von Flugzielen im Inland, Europa und Übersee.

Der Bahnhof Düsseldorf Flughafen mit Anschluss an das ICE-Netz liegt direkt an der Stadtgrenze zu Ratingen. Er ist schnell per Bus, Taxi und per eigenem Kfz zu erreichen und bietet direkten Zugang zum nationalen und internationalen Schienenfernverkehr.

Im öffentlichen Personennahverkehr verkehren in Ratingen die S 6 Köln-Nippes – Köln Hbf – Langenfeld – Düsseldorf – Ratingen Ost – Essen, die Straßenbahn 712 nach Düsseldorf und viele Buslinien. Die Stadt gehört zum Gebiet des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.

Darüber hinaus liegt Ratingen Mitte im Dreieck der Autobahnen A 3 (Köln – Oberhausen), A 52 (Düsseldorf – Essen) und A 44 (Mönchengladbach – Ratingen Ost) und ist damit hervorragend an das Autobahnnetz angebunden. Zudem verläuft die Bundesstraße 1 auf dem Stadtgebiet.

Das Bergische Land ist eine bis 519 m ü. NN hohe Region in Nordrhein-Westfalen (Deutschland), welche neben dem Städtedreieck Remscheid–Solingen–Wuppertal auch den Kreis Mettmann, die kreisfreie Stadt Leverkusen, den Rheinisch-Bergischen und den Oberbergischen Kreis sowie Teile des Rhein-Sieg-Kreises umfasst.

Es bildet somit den südöstlichen Teil des nordrheinischen Landesteils, ist aus dem historischen Territorium Herzogtum Berg hervorgegangen und ist geologisch betrachtet Teil des Rheinischen Schiefergebirges.

Das historische Herzogtum Berg umfasste im Wesentlichen das heutige Städtedreieck Remscheid-Solingen-Wuppertal, den Kreis Mettmann, die kreisfreie Stadt Leverkusen, den Rheinisch-Bergischen Kreis, einen Großteil des Oberbergischen Kreises, sowie den rechtsrheinischen Teil des Rhein-Sieg-Kreises.

Zu dem historischen Territorium des Bergischen Landes gehören auch die Städte Düsseldorf, Mülheim an der Ruhr und Teile von Köln, Duisburg und Oberhausen. Die ehemaligen Herrschaften Gimborn und Homburg im heutigen Oberbergischen Kreis kamen in der Zeit Napoleons zum Großherzogtum Berg.

Geologisch ist das Bergische Land ein Teil des rechtsrheinischen Schiefergebirges. Die Grenzen des Bergischen Landes bilden im Norden die Ruhr, im Westen die Kölner Bucht und im Süden die Sieg. Die östliche Grenze bilden die Bergisch-Märkischen Hochflächen, die bei Schwelm und Ennepetal zuerst die Grenze zum Sauerland sind und sich dann über 60 km weit nach Süden fortsetzen, bis bei Reichshof das Dreiländereck aus Bergischem Land (Rheinland), Sauerland (Westfalen) und Rheinland-Pfalz erreicht wird. Der tiefste Punkt liegt bei 29 m am Rhein, der höchste auf 519 m über NN (Homert).

Im Gegensatz zur schrofferen, vulkanischen Eifel ist das Bergische Land eher durch vorwiegend sanfte Hügel geprägt. Der Südwesten des Bergischen Landes, der an Köln grenzt, gilt als beliebtes Wohngebiet für die Pendler der umliegenden Großstädte.

Der Naturpark Bergisches Land definiert das Gebiet darüber hinaus als Erholungsgebiet, das vorwiegend kleinteilig untergliedert ist, größere zusammenhängende Waldgebiete gibt es nur wenige. Der Nutscheid am Südrand des Bergischen ist eines der größten Forstgebiete, weitgehend unbewohnt und beliebt bei naturnahen Wanderern.


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