Apotheken

Apotheken

Die aus dem 8. Jahrhundert bekannten arabischen Drogen- und Gewürzhändler könnten genauso als Apotheker bezeichnet werden, wie die heilkundigen Mönche der abendländischen Klöster. Die erste gesetzlich fixierte Trennung der Berufe Arzt und Apotheker entstammt der Medizinalordnung vom Staufenkaiser Friedrich II von 1241. Seither durften Ärzte keine Apotheke mehr besitzen oder an einer solche beteiligt sein, Arzneimittelpreise wurden gesetzlich festgeschrieben, um Preistreiberei zu verhindern. Dieses „Edikt von Salerno“ wurde Vorbild der Apothekengesetzgebung in ganz Europa.

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Eine Urkunde mit dem Siegel der Stadt Trier, auch von 1241, dokumentiert die Schenkung einer Apotheke, der heutigen Löwen-Apotheke am Hauptmarkt. Sie ist somit die älteste noch existierende Apotheke Deutschlands. Nach einer langen Entwicklung als fliegende Händler etablieren sich die Apotheker in 14. Jahrhundert als wohlhabende Patrizier, die nicht nur Heilpflanzen und Gewürze verkaufen sondern auch anfangen selbst Arzneimittel herzustellen. Zu dieser Zeit war die Rentabilität der Apotheken stark von Seuchen und Epidemien abhängig und wenn diese längere Zeit nicht auftraten, gab es oft Versorgungsprobleme. Als sich ab dem 17. Jahrhundert das Wissen über die Chemie entwickelte, wandelte sich die Apotheke auch zu einem Ort der Forschung.

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Hauptsächlich in Berlin, Thüringen und Sachsen konzentrierte sich die Forschung und Lehre der pharmazeutischen Chemie in Deutschland. Ab dem 19. Jahrhundert beginnt sich die Apotheke zunehmend mit der Prüfung der Qualität und Identität von Arzneimitteln sowie der Beratung rund um Arzneimittel.

Seit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes 1958 darf jeder Apotheker eine Apotheke am Standort seiner Wahl eröffnen.

Wegen der Arzneimittelpreisverordnung, konnte der Wettbewerb nicht mehr über den Preis stattfinden sondern erstreckt sich seither auf die Bereiche von sog. Zugaben wie den Arzneimittel-Lieferdienst für Patienten, die ihre Medikamente nicht abholen können. Im Vordergrund steht jedoch, auch heute noch, die fachlich kompetente Beratung, der Service und die Freundlichkeit.

Im 21. Jahrhundert haben sich die Apotheken zu einem profitablen und modernen Unternehmen gewandelt. Derzeit versorgen in Deutschland rund 21.500 Apotheken, davon täglich ca. 2.000 im Nacht- und Notdienst, an 365 Tagen im Jahr die Bevölkerung mit Medikamenten.